Archiv

Die Langzeitlagerung der Umwelt- und Humanproben ist die zentrale Aufgabe der Umweltprobenbank des Bundes: Die Umweltprobenbank stellt ein Archiv des Umweltzustandes Deutschlands zu den jeweiligen Probenahmezeitpunkten dar.

Teilprobenentnahme aus dem Kryolager (Foto: FhG IME)
Abb. 1: Teilprobenentnahme aus dem Kryolager (Foto: Fraunhofer IME) Vergrößert anzeigen

Die Lagerung der Proben bei sehr tiefen Temperaturen gewährleistet über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten, dass Veränderungen chemischer und physikalischer Eigenschaften der Proben nahezu ausgeschlossen sind.

 

 

 

 

Archiv für Umweltproben

Das Archiv für Umweltproben befindet sich im Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME, Schmallenberg-Grafschaft. Das nach der Probenahme in einem mobilen Labor vorgereinigte sowie biometrisch charakterisierte Probenmaterial wird unmittelbar in Kryobehältern über flüssigem Stickstoff tiefgefroren und bei Temperaturen unter -150°C in Edelstahlbehältern nach Schmallenberg transportiert. Während sämtlicher Arbeitsvorgänge bis zur endgültigen Einlagerung wird diese Temperatur beibehalten (geschlossene Kühlkette). Im Fraunhofer IME werden die Proben tiefkalt zu einem feinpulvrigen Homogenat vermahlen und in 10 g Portionen abgepackt. Je Probenahme und Probenmatrix werden auf diese Weise standardisierte Teilproben hergestellt. Einige dieser standardisierten Teilproben werden im Rahmen der chemischen Erstcharakterisierung auf anorganische Stoffe, CKW und PAK analysiert. Die restlichen (standardisierten) Teilproben werden bei Temperaturen unter -150 ºC in der Gasphase über Flüssigstickstoff langfristig gelagert.

Archiv für Humanproben

Das von den Probanden an den vier Standorten gesammelte Probenspektrum (Vollblut, Blutplasma und Urin) wird direkt am Tag der Probenahme über Flüssigstickstoff eingefroren. Ohne Unterbrechung der Kühlkette werden die Proben anschließend im mobilen Labor in das Archiv für Humanprobenin in der Nähe von Münster (Westf.) transportiert und eingelagert.

Abgabe von Proben und Daten aus der Umweltprobenbank des Bundes

Die gelagerten Umwelt- und Humanproben, die Analysenergebnisse sowie alle weiteren Erhebungen sind Eigentum des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und stehen grundsätzlich für retrospektive analytische Zwecke dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit selbst zur Verfügung.

Unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen ist jedoch eine Proben- und/oder Datenabgabe an Dritte zulässig.

Diese Voraussetzungen sind verbindlich im Anhang 4 Regelung über die Abgabe von Proben und Daten aus der Umweltprobenbank des Bundes sowie zur Bearbeitung von Anfragen an die Umweltprobenbank des Bundes der Konzeption der Umweltprobenbank festgeschrieben.

Zur Konzeption

Lagerbestand

Eine Übersicht der für retrospektive Analysen zur Verfügung stehenden Umwelt- und Humanproben.

Lagerbestand der Umweltproben

Lagerbestand der Humanproben